Verbraucher


Wer zahlt denn noch Kontogebühren?


Immer mehr Bankkunden haben ein Gratiskonto - doch auch hier lohnt es sich, zu vergleichen
Wer zahlt denn noch Kontogebühren?  - pin-_eingabe Foto: Corbis
Zahlen Sie noch Kontogebühren?

Zahlen Sie noch Gebühren für Ihr Girokonto? Das müsste eigentlich nicht sein. Viele Banken bieten heute Gratis-Konten an. Allerdings knüpfen sie daran häufig Bedingungen. Und in diesen Klauseln lauern Kostenfallen. Das kam bei einer aktuellen Untersuchung der Fachzeitschrift Finanztest unter 73 Geldinstituten heraus. Bei genauerer Betrachtung blieben am Ende nur acht Anbieter übrig, die ein echtes Gratiskonto im Programm haben.

Wann ein Girokonto wirklich kostenlos ist

Die Prüfer von Finanztest legen dafür ein strenges Raster an: keine monatliche Kontoführungsgebühr, keine Kosten für die Girocard (früher ec-Karte) und keine Bedingungen. Die meisten Kontomodelle von Banken, die Gratisvarianten anbieten, können diese drei Voraussetzungen jedoch nur teilweise erfüllen. Sie fordern z. B. einen regelmäßigen Geldeingang pro Monat, den Kauf von Genossenschaftsanteilen oder begrenzen die monatlichen Buchungen. Hält der Kunde sich nicht an diese Vorgaben, sitzt er in der Kostenfalle. Dann muss er nämlich die üblichen Kontoführungsgebühren berappen. Bei einigen Anbietern muss man zudem kreditwürdig sein, um das Konto für lau zu bekommen. Bei anderen wiederum ist die Kreditkarte nur im ersten Jahr kostenlos. Danach werden in der Regel 20 Euro fällig.

Bedingungen sind für Kunden oft verwirrend

Viele Banken eröffnen ein Gratiskonto nur dann, wenn darauf Gehalt oder Rente eingehen. Kunden, die ein Gratiskonto wollen, auf das z. B. Mieteinnahmen fließen sollen, blitzen häufig ab. Auch die Höhe der monatlichen Geldeingänge ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Bei der Sparkasse Hannover sind es 1000 Euro, bei der Berliner Volksbank und der Stadtsparkasse Magdeburg 1250 Euro. Bei der Targobank (früher Citibank) muss man ein kontinuierliches Guthaben von 2500 Euro haben. Und die Commerzbank will, dass 1200 Euro eingehen - allerdings darf das Geld nicht aus Kapitalanlagen stammen.

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Hurra! Keine nervigen Kontogebühren mehr auf dem Auszug.

Diese acht Banken bestanden den Test

Zu den Instituten, die ein komplett kostenloses Girokonto anbieten, gehören laut Finanztest die Filialbank Norisbank, die Direktbanken Comdirect, INGDiBa und Wüstenrot, die PSD Banken Berlin-Brandenburg und Hessen-Thüringen sowie die MBS in Potsdam und die Saalesparkasse. Hier entfallen monatliche Gebühren für Kontoführung und Girokarte. Auch die Kreditkarte gibt es kostenfrei und Bedingungen wie regelmäßiger Geldeingang oder der Kauf von Genossenschaftsanteilen oder Sparplänen entfallen.

Gratiskonto muss nicht immer erste Wahl sein

Wer ein günstiges Konto sucht, sollte nicht allein auf die Kontoführungsgebühr schauen. Denn mitunter kann ein Gratiskonto teurer als ein "normales" Girokonto werden. Ein ganz wichtiger Posten sind z. B. die Konditionen für die Dispozinsen. Hier ermittelten die Tester Unterschiede von 6 Prozent (Deutsche Skatbank) bis 13,5 Prozent (Bremische Volksbank). Bei Limitüberschreitungen sind es sogar bis 18,5 Prozent. Kunden, die häufiger ins Minus rutschen, sollten sich bei der Auswahl des Kontos eher an diesem Kriterium orientieren. Nicht zu unterschätzen, ist auch die Anzahl der Geldautomaten, über die ein Geldinstitut verfügt. "Fremdgehen" kann teuer werden. Bei der PSD Rhein-Rur werden z. B. bis zu zehn Euro pro Abhebung fällig. Da sind durchschnittliche Kontoführungsgebühren von sechs Euro im Monat eher läppisch.

So klappt der Kontowechsel

Fragen Sie zuerst bei Ihrer Bank, ob sie ein günstigeres Konto hat. Wenn Sie wechseln, lassen Sie das alte und das neue Konto noch einige Wochen parallel laufen. Es ist möglich, dass noch Beträge vom alten Konto abgebucht werden. So vermeidet man unnötige Mahngebühren.

Lastschriften beim Wechsel nicht vergessen. Dies geschieht oft, weil sie meist nur einmal jährlich (z. B. für Versicherungen) abgebucht werden. Rückbuchungen sind mit hohen Folgekosten verbunden und können den Versicherungsschutz gefährden.


Veröffentlicht in Fernsehwoche

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